Die faszinierenden Arbeiten des in Berlin lebenden und zwischen Europa und China pendelnden Grafikdesigners Jumping He bewegen sich an der Schnittstelle von Gestaltung, Kultur und visueller Sprache und verstehen Design nicht als Oberfläche, sondern als kulturelle Praxis. Sie zeichnen sich durch konzeptionelle Präzision, typografische Sensibilität sowie einen experimentellen Umgang mit Materialität aus.
Jumping He, der vom weltbekannten Künstler Ai Weiwei einmal als »Designer für das globale Zeitalter« bezeichnet wurde, fungiert dabei nicht nur als »kulturelle Brücke« zwischen östlicher und westlicher Kultur, sondern hat in seiner langjährigen Designpraxis seinen eigenen Stil sowie seine eigene Designphilosophie entwickelt.
Die gestalterischen Möglichkeiten der vorhandenen Materialien werden dabei häufig bis zum Äußersten ausgereizt: Der kreative Prozess beginnt in der Regel – wie in der Kalligraphie üblich – mit dem Zeichnen von Buchstaben. Die aneinandergereihten Buchstaben und typographischen Zeichen der Schrift werden dabei selbst zum Bild. Und auch das Papier – die elementare Grundlage des Grafikdesigns – wird von ihm sehr oft von der zurückgenommenen, rein dienenden Funktion befreit und selbst zum Element der Gestaltung.
Im Rahmen seines Vortrags gibt Jumping He Einblick in mehr als 25 Jahre Designpraxis und macht anhand von Plakaten, Büchern, grafischen Arbeiten sowie Papierinstallationen die vielfältigen Möglichkeiten des Mediums Papier zwischen Gestaltung, Kommunikation und Kunst erfahrbar.
Eine Veranstaltung im Rahmen des Fö N-Festivals 2026.




(c) Jumping He / Hesign
(c) Pernille Sandberg
Jumping He wurde 1973 im chinesischen Hangzhou geboren und kam nach einem Grafikdesignstudium an der China Academy of Art nach Berlin, um Bildende Kunst an der Universität der Künste (UdK) zu studieren. Von 2004 bis 2010 promovierte er zudem in Kulturgeschichte an der Freien Universität Berlin. Heute leitet er das Designstudio »Hesign« in Hangzhou und Berlin und ist in den Bereichen Grafikdesign, Designkuration und Designpublikationen tätig. Mit dem von ihm mitbegründeten »Center for Visual Arts« schafft er zudem einen wichtigen Austauschort für internationale Grafik- und Gestaltungskultur zwischen Asien und Europa. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter den Grand Prix beim »Red Dot Design Award« und der »Internationalen Plakattriennale Trnava« sowie Goldpreise bei renommierten Design- und Plakatwettbewerben. Seine Einzelausstellungen wurden in Europa und Asien gezeigt. Seit 2005 ist er zudem Mitglied der Alliance Graphique Internationale (AGI).