Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der Zeit von Industrialisierung und Massenproduktion, befürchtet Rainer Maria Rilke (1875-1926), dass die Einzigartigkeit und Individualität der Dinge mit den großen technologischen und gesellschaftlichen Umbrüchen verloren gehen könnte. Heute, über 100 Jahre später, stehen wir vor ähnlichen Herausforderungen und Umbrüchen: Extremwetterereignisse, die Kriege in der Ukraine und im Iran sowie die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sorgen bei vielen Menschen für Angst und Verunsicherung.
Vor diesem Hintergrund – und anlässlich des 100. Todestages von Rainer Maria Rilke – zeigen wir Irene Dapunts seit dem Jahr 2023 entstandene Serie von Schriftbildern mit Textfragmenten zu ausgewählten Gedichten von Rainer Maria Rilke. In der aus über 100 kleinformatigen Arbeiten (Eitempera auf Papier 20x30cm) bestehenden Serie geht Dapunt u.a. der Frage nach, ob es möglich ist, Gedichte aus einer Atmosphäre heraus bildlich darzustellen.
Am Anfang ihres künstlerischen Schaffensprozesses stehen dabei Rilkes poetische Gedichte. Diese werden allerdings nicht gelesen sondern gehört und zeitgleich in Schriftbilder transformiert. Die Texte werden dabei reduziert, in minimaler Formensprache und Farbigkeit. Am Weg der Übertragung bleiben nur Bruchstücke der Gedichte übrig. Diese geben – in bildlicher Form – die empfundene Stimmung ganz direkt und auf das Wesentliche verkürzt wieder.
Donnerstag, 5. November 2026, 19 Uhr
Ausstellungeröffnung im Rahmen der Premierentage 2026
mit einführenden Worten von Gaby Gappmayr
Laufzeit der Ausstellung:
6. November – 11. Dezember 2026
Öffnungszeiten:
Dienstag–Freitag
jeweils 13–18 Uhr
Führungen gerne auf Anfrage
Sonderöffnungszeiten während den Premierentagen:
Freitag, 6. November 2026, 11:00-19:00 Uhr
Samstag, 7. November 2026, 10:00-17:00 Uhr
Begleitprogramm im Rahmen der Ausstellung:
Dienstag, 11. November 2026, 18:00 Uhr
Typosalon #9 zum Thema »Typografie und die Bildende Kunst«
Freitag, 20. November 2026, 14:00 - 18:00 Uhr
Workshop »Experimente mit Schrift, Form und Farbe«
Ein offener Workshop für Neugieriege jeden Alters!
Freitag, 11. Dezember 2026, 18:00 Uhr
Finissage mit performativer Lesung

(c) Irene Dapunt

(c) Irene Ascher
Irene Dapunt, geboren 1963 in Innsbruck, studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Oswald Oberhuber und Ernst Caramelle sowie am Mozarteum Salzburg bei Peter Prandstetter und Roland Franz. 1991 schloss sie ihr Studium in Wien mit dem Diplom ab, 1992 folgte die Sponsion in Salzburg. Zahlreiche Stipendien und Arbeitsaufenthalte führten sie unter anderem nach Amsterdam, Rom, China und Wien. 2003 war sie Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst in der Klasse von Erwin Wurm. Seit 2014 lebt und arbeitet Dapunt als freischaffende Künstlerin in Innsbruck und Venedig. Ihre Arbeiten werden regelmäßig im In- und Ausland ausgestellt. – Mehr dazu unter www.irenedapunt.org